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Forstliche Aufsichtsstelle Moos in Passeier

Neben Rothirsch, Reh und Gams finden im Wildschutzgebiet Hahnebaum-Seeberalm auch Raufußhühner, Steinhühner, Bartgeier, Uhu und Murmeltier gute Lebensbedingungen vor.
Neben Rothirsch, Reh und Gams finden im Wildschutzgebiet Hahnebaum-Seeberalm auch Raufußhühner, Steinhühner, Bartgeier, Uhu und Murmeltier gute Lebensbedingungen vor.

Die forstliche Aufsichtsstelle Moos in Passeier betreut die Flächen der Agentur Landesdomäne im Passeier-, Ulten- und Schnalstal sowie im Burggrafenamt.

Die Gesamtfläche von rund 8.600 Hektar verteilt sich auf die acht Gemeinden Moos, St. Leonhard und St. Martin in Passeier, Schnals, Schenna, Meran, Tirol und Ulten. Etwa 1.500 Hektar davon sind Wald, 450 Hektar Almen, Weiden und Wiesen und 6.600 Hektar unproduktive Hochgebirgsflächen.

Die der Aufsichtsstelle Moos unterstellten Wälder liegen in den unterschiedlichsten Höhenlagen zwischen 250 Metern Meereshöhe (Pfatten) und 2.000 Metern (Moos und Sulden), wobei die Baumarten Fichte und Lärche, und zum Teil auch Zirbe, dominieren. In den Wäldern von Pfatten und rund um die Fragsburg kommen auch von Laubholz dominierte Niederwälder oder Mischwälder vor. Die überwiegend steilen bis sehr steilen Standorte sind unterschiedlich exponiert, SW bis NW- Expositionen überwiegen. 

Der Holzvorrat auf den verwalteten Flächen beträgt 374.000 Festmeter, was einem durchschnittlichen Vorrat von 250 Festmetern/Hektar entspricht. Der jährliche Hiebsatz beträgt 2.600 Festmeter.

Lignum domini tirolensis

Bild von Schloss Tirol bei Meran
Bild von Schloss Tirol bei Meran

Die forstliche Aufsichtsstelle Moos i. Passeier betreut u.a. den Tiroler Schlosswald. Er erstreckt sich von St. Peter bis hinauf zu den Muthöfen und versorgte im Mittelalter die Bewohner des Schlosses mit Holz. Schon 1380 wird das „lignum domini tirolensis“ urkundlich erwähnt. Weil die Brücken der Zufahrtswege zum Schloss immer wieder von Unwettern zerstört wurden, war es wichtig, dass stets genügend Holz (so genannte „Enzbäume“) vorrätig war, um die Brücken wieder neu zu errichten.

Der Schlosswald war auch für die Versorgung des Schlosses mit Trinkwasser von großer Bedeutung. Das Wasser der Quelle im Schlosswald wurde unterirdisch in Rohren aus Lärchenholz zum Schloss geleitet, damit es im Falle einer Belagerung nicht von den Feinden abgegraben werden konnte.

Dass der Schlosswald von den Burgherren sehr geschätzt wurde beweist auch, dass Brennholz nicht aus dem Schlosswald bezogen wurde. Vielmehr mussten die umliegenden Waldbesitzer das Brennholz für das Schloss zur Verfügung stellen – und der Bedarf war groß: Nicht weniger als 12 Bedienstete hatten allein für die Beheizung des Schlosses zu sorgen.

Wichtiger Schutzwald

Die steilen Südhänge des Schlosswaldes sind trocken und felsig. Die wenigen Niederschläge fallen häufig in Form von intensiven Gewittern, sodass die Erosionsgefahr groß ist. Groß ist auch die Gefahr von Steinschlägen und Waldbränden. Alle Maßnahmen sind deshalb darauf ausgerichtet, den Schlosswald als stabiles Ökosystem zu erhalten, um nachhaltig vor allem die hier vorrangige Schutzfunktion für die darunter liegenden Siedlungen bestmöglich zu garantieren und der großen Waldbrandgefahr Rechnung zu tragen.

Rutschhangstabilisierung & Wasserkraft

Das Drainagewasser wird über unzählige Drainagerohre und Schächte gesammelt
Das Drainagewasser wird über unzählige Drainagerohre und Schächte gesammelt

Die Hahnebaum-Mure ist ein geologisch sehr instabiles Gebiet. Seit den 60er Jahren wird es mit Drainagerohren entwässert. Nach der Auswertung einer 10-jährigen Studie entschied der Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung 2008, das gesammelte Drainagewasser in Druckrohren zu fassen und zur Stromerzeugung zu nutzen. Seit 2011 ist das E-Werk „Hahnebaum“ in Betrieb. Es besteht aus zwei 3 Kleinkraftwerken, die zusammen 250 kWh Strom produzieren.

Ihr Weg zu uns

Forstliche Aufsichtsstelle Moos in Passeier

Stationsleiter: Erwin Pixner

Moos Dorfplatz 22
39013 Moos in Passeier
BZ

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