Eingeschleppte Insekten
Die Kastanien-Gallwespe
Besorgnis erregte seit 2011 die Ausbreitung der Chinesischen Kastanien-Gallwespe (Dryocosmus kuriphilus), eingeschleppt aus China. Sie ist in Südtirol erstmals 2009 im Raum Meran (Labers, Schenna, Burgstall, Tirol) und im mittleren Eisacktal bei Vahrn und Aicha aufgetreten. Die wirksamste Strategie, um diesem Parasiten entgegenzuwirken, ist die Freisetzung des natürlichen Gegenspielers, der Parasitoid Torymus sinensis.
Diese Art der biologischen Schädlingsbekämpfung wird seit 2010 vom Phytopathologischen Dienst in Zusammenarbeit mit der Universität Turin und dem Forstpersonal durchgeführt und ist seit mehreren Jahren bis 2017 wiederholt worden. Zu dieser Zeit gab es im östlichen Bereich des Kastanienvorkommens keine Anzeichen von Befall durch die betreffende Gallwespe. Im Jahre 2018 gab es Befallsmeldungen im Vinschgau und Burggrafenamt, wo der natürliche Gegenspieler mehr Zeit benötigte, um sich zu etablieren; auf anderen Standorten war die Situation latent. Seit 2019 kann substanziell ein Gleichgewicht zwischen Gallwespe und seinem Parasitoiden bestätigt werden: Die Produktivität von Kastanienhainen kann zweifelslos durch den Erfolg bei der Vermehrung der Gallwespe beeinflusst werden. Durch den saisonalen Klimaverlauf ergeben sich dabei nur bescheidene Schwankungen.