Bastbrütende Käfer
Borkenkäfer
Ein evidenter Zusammenhang zwischen abiotischen und biotischen Schäden kann beim Befall durch den Borkenkäfer festgestellt werden, begünstigt durch Windwurf-, Schneedruckschäden und Trockenheit. Nach dem Windsturm VAIA im Oktober 2018 ist die Räumung des liegenden Holzes zügig und massiv durchgeführt worden (über 70% der liegenden Holzmasse Ende 2019); ganz anders ging es mit den Schneedruckereignissen von 2019 und 2020, wo das meiste Holz liegen blieb. Das Bastgewebe dieses liegenden Holzes, solange noch frisch, bildete das perfekte Brutsubstrat für bastbrütende Käfer. So entstand die Käfergradation vom Ips typographus, welche durch die Trockenheitswelle im Sommer 2022 ihren Höchststand erreichte. Heuer waren die neuen Befallsflächen immer noch bedeutend, aber verglichen mit dem vorigem Jahr haben sie sich halbiert. Genauso die Fangergebnisse der Lockstofffallen unseres Monitorings-Netzes. Der weitere Verlauf der Populationsdynamik wird stark von der Witterung abhängen.
Weiterführende Informationen (Broschüren, Erklärvideos, Förderungen) finden Sie unter Der Borkenkäfer.
Neben der Fichte wurden in kleinerem Ausmaß auch andere Nadelbaumarten von eigenen Käferarten befallen. Zu erwähnen sind auf Rot- und Schwarzkiefer der kleine und große Waldgärtner (Tomicus spp.), deren Reifungsfraß zu Lasten der Spitztriebe erfolgt. Darauf ist die Benennung zurückzuführen. Dazu sind der zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer (Ips sexdentatus) und der sechszähnige Kiefernborkenkäfer (Ips acuminatus) zu erwähnen, die oft in Kombination unterschiedliche Stammpartien des gleichen Baumes befallen.
Rüsselkäfer
Von dieser Insektenfamilie ist im Besonderen der Buchenspringrüssler (Rhynchaenus fagi) zu nennen, der an den Buchenblättern auffällige rote Verfärbungen hervorrufen kann, die aber nicht tödlich für die Wirtspflanze sind. In den letzten Jahren gab es bei dieser Art einen kontinuierlichen Rückgang des Vorkommens. Im Sarntal wurde hingegen der große braune Fichtenrüsselkäfer (Hylobius abietis) gemeldet. Seine Entwicklung erfolgt fast zur Gänze unter der Rinde alter Nadelholzstöcke, aber für die Reifung der Geschlechtsorgane frisst der Jungkäfer die Triebe von Jungpflanzen. Er kommt besonders vor, wenn in kürzester Distanz sowohl alte Stöcke als auch Jungpflanzen aufkommen.