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Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

Drüsiges Springkraut
Drüsiges Springkraut

Das Drüsige Springkraut, wissenschaftlich bekannt als Impatiens glandulifera, ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae). Ursprünglich aus dem westlichen Himalaya stammend, wurde es im 19. Jahrhundert als Zierpflanze und Bienenweide nach Europa eingeführt und hat sich in vielen Regionen weit verbreitet.

Merkmale

  • Höhe: Kann eine Höhe von 1 bis 3 Metern erreichen.
  • Blätter: Die Blätter sind lanzettlich, gegenständig oder in Wirteln zu dritt angeordnet und bis zu 15 cm lang. Sie haben gesägte Ränder und eine zulaufende Spitze. Das Kraut besitzt unangenehm riechende Drüsen, welche sich am Blattstiel und Blattgrund befinden.
  • Blüten: Die Blüten sind zygomorph, etwa 3 bis 4 cm lang, meist rosa bis purpurfarben, selten weiß. Sie sind in traubenartigen Blütenständen angeordnet und blühen von Juli bis Oktober.
  • Früchte: Die Früchte sind längliche Kapseln, die bei Reife explosionsartig aufplatzen und die Samen bis zu 7 Meter weit schleudern.
  • Stängel: Der Stängel ist hohl, kantig und oft rötlich gefärbt.

Lebensraum und Verbreitung

Das Drüsige Springkraut bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte wie Fluss- und Bachufer, Waldränder, Feuchtwiesen und Gräben. Es verbreitet sich schnell durch Samen, die durch die explodierenden Kapseln über große Entfernungen verteilt werden können, und bildet dichte Bestände, die die einheimische Vegetation verdrängen. Erst Verwilderungen im Trentino wurden 1970 festgestellt, von wo aus sich diese Art vor allem entlang der Bäche stark ausbreitete. In Südtirol ist das Drüsige Springkraut aktuell beinahe flächendeckend anzutreffen. Vor allem entlang der Bachläufe bilden sich dichte Bestände aus.

Bedeutung

  • Umwelt: Als invasive Art kann das Drüsige Springkraut einheimische Pflanzenarten verdrängen und die lokale Biodiversität beeinträchtigen. Es bildet dichte Bestände, die den Licht- und Nährstoffzugang für andere Pflanzen behindern und Erosionsprobleme an Flussufern verschärfen können.

Kontrolle und Management

  • Mechanische Entfernung: Manuelles Ausreißen oder Mähen der Pflanzen vor der Samenreife kann die Verbreitung verhindern. Es ist wichtig, die Pflanzenreste vollständig zu entfernen, um ein Nachwachsen zu verhindern. Grundsätzlich gilt, wie bei den meisten Neophyten, durch das Ausreißen der Pflanze kurz vor der Blüte die Bildung von Samen zu verhindern. Aufgrund des schwach ausgeprägten Wurzelapparats in Form von kurzen Flachwurzeln ist dies vergleichsweise einfach.

Fazit

Die Art ist sehr konkurrenzfähig, raschwüchsig und die große Samenproduktion sorgt für zahlreichen Nachwuchs. Dichte Bestände des Springkrautes führen zu einer Verarmung der heimischen standortstypischen Krautvegetation. In Wäldern verhindert es die Verjüngung von Bäumen und Sträuchern. Entlang von Gewässern verdrängt es die einheimische Ufervegetation mit der Folge, dass nach Absterben der Stängel im Herbst offene Stellen ohne lebendes Wurzelwerk entstehen, die erosionsgefährdet sind.

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