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Blattfresser

Großschmetterlinge

Nest des Kiefernprozessionsspinners
Nest des Kiefernprozessionsspinners

Der Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa) ist im wärmebegünstigten Teil des Landes ausgebreitet. Er befällt vorwiegend Rot- und Schwarzkiefer, aber auch die Zeder ist eine mögliche Wirtsbaumart.
Die Larvenentwicklung dieses mediterranen Falters erfolgt über dem Winter auf den Kronen, welche die Larven in der Regel über ihre ganze Entwicklung nie verlassen und wo sie die Blätter fressen. Die Fraßtätigkeit beginnt beim Sonnenuntergang und dauert so lange die Lufttemperatur über 0 °C bleibt. Unter Tag und in den kalten Nächten finden sie in den charakteristischen weißen Nestern Schutz.
Der Wirtsbaum ist in der Lage den Schaden zu verkraften, auch im Falle von Kahlfraß; er wird dadurch aber geschwächt.
Man begegnet den Larven ausschließlich gegen Ende ihrer Entwicklung, wenn sie die typischen "Prozessionen" bilden, um sich zur Verpuppung in den Boden zurückzuziehen. Die Larven sind mit Brennhaaren versehen, welche sie in Stresssituationen in die Luft freilassen können. Der Kontakt dieser Haare mit Haut und Schleimhäuten verursacht unangenehme Reizungen und Rötungen und kann bei empfindlichen Personen eine ärztliche Behandlung erforderlich machen.
In bestimmten Fällen sind daher Maßnahmen zur Eindämmung der Population notwendig, besonders dort, wo der Wirtsbaum stark vertreten ist, so wie in den Schwarzkiefernaufforstungen auf dem Vinschger Sonnenberg. Dort wird die Populationsdichte seit Jahrzehnten durch ein Monitoringprojekt der Universität Padua überwacht. Wird eine gewisse Schwelle überstiegen, wird sie durch eine Behandlung mittels Helikopter mit einem Bakterium, dem Bacillus thuringiensis eingedämmt. Diese biologische Behandlung ist harmlos für Mensch und Säugetiere. Die meisten sog. Non-target Insekten, die von dieser Behandlung in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, haben in jener Jahreszeit ihren Entwicklungszyklus schon vollendet.

Sonstige Großschmetterlinge: im Jahr 2025 gab es keinen Befall. Grundsätzlich kommt es in Südtirol zu Befallserscheinungen von Großschmetterlingen im  Abstand von 10 bis 20 Jahren, vorwiegend in den Niederwäldern, bezogen auf das Etsch- und Eisacktal.

Kleinschmetterlinge

Dekorative Grafik

Der Graue Lärchenwickler (Zeiraphera griseana), der in den Alpentälern von einem 8-Jahresvermehrungszyklus geprägt ist, hatte nach der Progradation im Jahre 2009/2010 seinen letzten Höhepunkt im Jahre 2011 in Vinschgau, im Großraum von Meran und im Passeiertal mit umfangreichen Vergilbungen der Kronen bei hunderttausenden betroffenen Pflanzen. Der Befall zog nach Osten weiter, hinterließ aber keine bleibenden Schäden. 2017 kehrte der betreffende Kleinschmetterling zyklusgerecht zurück, und zwar im Vinschgau, dort in Graun, wie auch in Tanas auf einer Fläche von etwa 535 ha. Der Befall wiederholte sich auch 2018. Die befallene Wirtspflanze, nämlich die Lärche, reagiert auf den Befall bzw. den Fraß mit der Bildung von weniger schmackhaften Nadeln, was bedeutet, dass durch die abnehmende Nahrungsqualität die Vermehrung des Insekts gestoppt wird. Jetzt befinden wir uns noch in der Latenzphase dieses Insektes.

Von der Lärchenminiermotte (Coleophora laricella), einem weiteren Lärchenspezifischen Kleinschmetterling, gibt es 2025 keine Meldungen von Schädigungen, was auch den negativen Trend der letzten Jahre bestätigt. 

Maikäfer

Im Jahr 2025 blieb der Maikäfer (Melolontha melolonta L.), der episodisch zu einer starken Vermehrung bei Obstpflanzen und Forstgehölzen verantwortlich sein kann, in der Latenz.

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