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Blattfresser

Maikäfer

Im Jahr 2024 blieb der Maikäfer (Melolontha melolonta L.), der episodisch zu einer starken Vermehrung bei Obstpflanzen und Forstgehölzen verantwortlich sein kann, in der Latenz.

Kleinschmetterlinge

Dekorative Grafik

Der Graue Lärchenwickler (Zeiraphera griseana), der in den Alpentälern von einem 8-Jahresvermehrungszyklus geprägt ist, hatte nach der Progradation im Jahre 2009/2010 seinen letzten Höhepunkt im Jahre 2011 in Vinschgau, im Großraum von Meran und im Passeiertal mit umfangreichen Vergilbungen der Kronen bei hunderttausenden betroffenen Pflanzen. Der Befall zog nach Osten weiter, hinterließ aber keine bleibenden Schäden. 2017 kehrte der betreffende Kleinschmetterling zyklusgerecht zurück, und zwar im Vinschgau, dort in Graun, wie auch in Tanas auf einer Fläche von etwa 535 ha. Der Befall wiederholte sich auch 2018. Die befallene Wirtspflanze, nämlich die Lärche, reagiert auf den Befall bzw. den Fraß mit der Bildung von weniger schmackhaften Nadeln, was bedeutet, dass durch die abnehmende Nahrungsqualität die Vermehrung des Insekts gestoppt wird. Jetzt befinden wir uns noch in der Latenzphase dieses Insektes.

Von der Lärchenminiermotte (Coleophora laricella), einem weiteren Lärchenspezifischen Kleinschmetterling, gibt es 2024 keine Meldungen von Schädigungen, was auch den negativen Trend der letzten Jahre bestätigt. 

Großschmetterlinge

2024 gab es keinen Befall. Grundsätzlich kommt es in Südtirol zu Befallserscheinungen von Großschmetterlingen im  Abstand von 10 bis 20 Jahren, vorwiegend in den Niederwäldern, bezogen auf das Etsch- und Eisacktal.

Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa)

Kiefernprozessionsspinner
Kiefernprozessionsspinner

Der Kiefernprozessionsspinner ist im wärmebegünstigten Teil des Landes ausgebreitet; er befällt vorwiegend Rot- und Schwarzkiefer, Zeder ist sowieso eine mögliche Wirtsbaumart. Die Larvenentwicklung dieser mediterranen Schmetterlingsart erfolgt über Winter auf den Kronen, wo die auffälligen weißen Nester gebaut werden; der Wirtsbaum kann die Fraßtätigkeit ertragen, auch im Falle von Kahlfraß; aber dadurch wird der Baum geschwächt. Der einzige Moment, wo man auf diese Larven stolpern kann, ist am Ende der Larvenentwicklung, wo die Larven die charakteristischen Prozessionen bilden, um sich in den Boden zu verpuppen. Diese Larven sind mit Brennhaaren versehen, die die Larve in Stresssituationen in die Luft freilassen kann; sie können bei Kontakt mit Haut und Schleimhaut unangenehme Verbrennungen hervorrufen und im Falle von empfindlichen Individuen auch zur ersten Hilfe führen. Deswegen macht sich in gewissen Fällen eine aktive Eindämmung dieser Art empfehlenswert.  So wurde im September 2023  nach 2 Jahren akuten Befalles in Vinschgau entschieden, die Ausbringung von Sporen des Bacillus thuringiensis durch den Helikopter durchzuführen. Betroffen wurden die ganzen Schwarzkiefernaufforstungen des Vinschger Sonnenbergs. Diese biologische Behandlung ist harmlos für Mensch und Säugetiere und verträglich auch für die meisten Insekten, die sich in jener Jahreszeit  in Winterruhe befinden. Der Eingriff war erfolgreich; die Population weist schon fürs zweite Jahr eine beruhigende Konsistenz auf.

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