Götterbaum (Ailanthus altissima)
Der Götterbaum, wissenschaftlich bekannt als Ailanthus altissima, ist ein laubabwerfender Baum aus der Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae). Ursprünglich aus China stammend, wurde er weltweit als Zier- und Forstbaum eingeführt und hat sich in vielen Gebieten als invasive Art angesiedelt.
Merkmale
- Höhe: Kann eine Höhe von 15 bis 25 Metern erreichen, in seltenen Fällen bis zu 35 Meter.
- Blätter: Die Blätter sind unpaarig gefiedert und können bis zu 1 Meter lang werden. Sie bestehen aus 10 bis 41 lanzettlichen Blättchen mit glattem Rand und einem charakteristischen, unangenehmen Geruch beim Zerreiben.
- Blüten: Die Blüten sind klein, gelblich-grün und in dichten, rispenartigen Blütenständen angeordnet. Sie erscheinen im späten Frühling bis frühen Sommer.
- Früchte: Die Früchte sind geflügelte Nüsschen (Samaras), die in großen, lockeren Bündeln hängen und eine rötlich-bräunliche Farbe haben. Sie verbreiten sich durch Wind und Wasser.
Lebensraum und Verbreitung
Der Götterbaum ist äußerst anpassungsfähig und gedeiht in einer Vielzahl von Umgebungen, darunter städtische Gebiete, Straßenränder, Bahntrassen, Brachflächen und gestörte Landschaften. Er kann in nährstoffarmen Böden wachsen und ist tolerant gegenüber städtischer Verschmutzung und Trockenheit. Er verbreitet sich schnell durch Samen und Wurzelsprosse. Zurzeit ist der Götterbaum dabei, die Haupttäler Südtirols von Süden aus zu erobern. Im Vinschgau ist er bereits bis Mals vorgestoßen, im Eisacktal sind erste Exemplare bereits in Sterzing zu verzeichnen, einzig im östlichen Bereich Südtirols ab Bruneck fehlt er noch.
Bedeutung
- Umwelt: Als invasive Art kann der Götterbaum einheimische Pflanzenarten verdrängen und die lokale Biodiversität beeinträchtigen. Er bildet dichte Bestände, die das Wachstum anderer Pflanzen behindern und Ökosysteme verändern können.
- Wirtschaft: Der Götterbaum kann durch seine rasche Ausbreitung und die Fähigkeit, auf Ruderalflächen zu gedeihen, zu einem Problem für die Land- und Forstwirtschaft werden. Durch die massive Wurzelaktivität und der Möglichkeit der Besiedelung extremer Standorte können jene Individuen, welche in der Nähe von Infrastrukturen aufkommen, größere mechanische Schäden durch das starke Wurzelwachstum an diesen Baulichkeiten verursachen.
- Gesundheit: Der Baum produziert Allergene und sein Holz kann Hautreizungen verursachen. Der unangenehme Geruch der Blätter kann ebenfalls als störend empfunden werden.
Kontrolle und Management
Die Kontrolle des Götterbaums erfordert gezielte und kontinuierliche Maßnahmen. Einige der Managementstrategien umfassen:
- Mechanische Entfernung: Junge Pflanzen können durch Ausreißen entfernt werden, während bei größeren Bäumen das Fällen und anschließende Ausgraben der Wurzeln notwendig ist, um ein Nachwachsen einzudämmen. Durch die Ausbildung von Wurzelbrut ist es jedoch kaum möglich, einen erneuten Austrieb zu verhindern.
- Aufklärung und Sensibilisierung: Die Information der Öffentlichkeit über die invasive Natur des Götterbaums und seine Identifikation kann helfen, seine Ausbreitung zu kontrollieren. Im Auftrag der Abteilung Forstdienst wurden zwei Masterarbeiten zur Erforschung von Bekämpfungsmaßnahmen ausgearbeitet.
Fazit
Der Götterbaum stellt eine bedeutende Bedrohung für natürliche und gestörte Ökosysteme dar. Es ist wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um anhand von waldbaulichen, kleinflächigen Eingriffen und technischen Maßnahmen die weitere Ausbreitung des Götterbaumes einzuschränken.