Forstgärten
In den Landesforstgärten werden die jungen Pflänzchen, die Bäume von morgen, herangezogen.
Um den Wald zu erhalten und zu verbessern, um jeden absterbenden Baum mit einem neuen zu ersetzen, stellen die Forstgärten einen Ersatz oder eine Beihilfe zur natürlichen Verjüngung dar. In den Landesforstgärten werden die jungen Pflänzchen, die Bäume von morgen, herangezogen. In besonderem Ausmaße gilt dies für die Aufforstungen in den Hochlagen oder für die Aufforstung von Schadflächen. Windwurfkatastrophen, Lawinenabgänge, Hangrutschungen, usw. im Bereich der Schutz- und Bannwälder machen deutlich, wie wichtig gesunde und stabile Waldbestände sind.
Einen besonders hohen Stellenwert hat die Versorgung der Aufforstungsprojekte mit Pflanzen einheimischer Herkünften aus verschiedenen Höhenlagen. Aus diesem Grund sammeln wir selbst von fast allen Baum- und Straucharten Samen, um daraus die notwendigen Pflanzen heranzuziehen.
Fünf Forstgärten in Südtirol
Die vom Amt für Forstverwaltung und von der Agentur Landesdomäne betreuten Forstgärten sind auf das ganze Land verteilt und können so von jedem Forstinspektorat problemlos erreicht werden. Im Zuge der Reorganisation konzentriert sich die Pflanzenproduktion auf 4 größere Forstgärten, die rationell bewirtschaftet werden können und auf einen kleineren Garten, welcher aufgrund seiner Lage logistische Vorteile bietet. Der verstärkte Anbau von einheimischen Mischbaumarten und Sträuchern wird auch weiterhin ein Ziel der Landesforstgärten sein.
Fast alle Landesforstgärten liegen in arbeitsschwachen Regionen. Mit 30 Mitarbeitern tragen auch sie zur Arbeitsplatzsicherung im ländlichen Bereich bei.
Insgesamt werden auf knapp 13 Hektar Forstgartenfläche jährlich ca. 350.000 Laub- und Nadelbäume für Aufforstungen und ca. 13.000 Zierpflanzen für öffentliche Körperschaften produziert.
Saatgut für Hochlagenaufforstungen
Im Hochgebirge kann es mehr als 10 Jahre dauern, bis gut keimfähiges Saatgut in ausreichender Menge geerntet werden kann. Aus diesem Grund wurde ein Vorrat an Samen der Hauptbaumarten (Fichte, Lärche, Zirbe) eingerichtet, um auch bei mangelnder Samenernte die Pflanzenproduktion garantieren zu können. Leider ist eine langfristige Lagerung von vielen anderen Baumarten nur begrenzt oder überhaupt nicht möglich. Derzeit lagern ca. 1000 kg Forstsamen bei unterschiedlichen Temperaturen in den Kühlzellen. Daneben wird seit 1990 eine 3,5 ha große Lärchen-Samenplantage bewirtschaftet, welche in den letzten Jahren zum wichtigsten Standbein zur Versorgung mit hochwertigem Lärchen-Hochlagensaatgut war.
Lagerung der Pflanzen
Neben der eigenen Kühlzelle im Forstgarten Welsberg werden zur schonenden Pflanzenlagerung im Frühjahr und zur Austriebsverzögerung bis zum Pflanztermin zu gewährleisten noch weitere 4 Kühlzellen angemietet. Um lange Anfahrtszeiten zu vermeiden wurden die Kühlzellen meist in unmittelbarer Nähe der Forstinspektorate angemietet.
Weiterführende Informationen
Direkter Kontakt
Jakob Frenes
Koordinator der Forstgärten
Landhaus 6 - Peter Brugger, Brennerstraße 6
39100 Bozen