Kohlendioxid-Messungen am Rittner Horn – Grünwald
Die Waldökosysteme zu erforschen, ist ein gemeinsames Anliegen der Landesabteilung Fortwirtschaft und der Freien Universität Bozen. Mit ihrer Forschung wollen die beiden Institutionen im Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel, den Wald als wichtigen Faktor des Gleichgewichts, schützen und aufwerten.
Die Messstation Ritten-Grünwald wurde 1996 in Betrieb genommen. Auf dem 40m hohen Turm werden die Kohlendioxid-, Wasserdampf- und Energieflüsse zwischen der Atmosphäre und dem Waldökosystem, praktisch „der Atem des Waldes“, nach dem Verfahren der Turbolenzkorrelation (eddy correlation) gemessen.
Zusätzliche meteorologische Beobachtungen über und im Wald tragen dazu bei, die Reaktion des Waldes zu verstehen. Die Messungen werden nach strengen Protokollen durchgeführt. Die Instrumente werden nach einem engen Zeitplan kalibriert.
Seit 2021 ist der Standort Teil der europäischen ICOS-Infrastruktur (Klasse 2). Das ICOS (Integrated Carbon Observation System) ist eine europaweite Infrastruktur, welche die drei wichtigsten existierenden Ökosystemtypen (terrestrisch, marin und atmosphärisch) beobachtet.
Es besteht aus 61 Langzeitbeobachtungsstandorten in 17 europäischen Ländern und auch einigen außerhalb der EU. Zusätzliche Standorte und Beobachtungen von Seeschiffen komplettieren das Netzwerk.
Die Daten werden täglich an die zentrale Datenbank in Lund (Schweden) gesendet. Somit stehen tägliche und jährliche Informationen über Pflanzenphotosynthese und Evapotranspiration bereit.
Die aufbereiteten Daten werden in einer globalen Datenbank, FluxNet genannt, gespeichert. In dieser Datenbank laufen alle regionalen Netzwerke zusammen, so auch das asiatische Asiaflux und das amerikanische NEON. Diese Forschung soll dazu beitragen die Reaktion natürlicher Ökosysteme auf das sich verändernde Klima besser zu verstehen.
Am Ritten wurde über 25 Jahre lang der „Atem des Waldes“ gemessen.
Die Grafik zeigt die Absorption von Kohlendioxid aufgrund der Photosynthese an. Negative Werte zeigen Absorbtion von CO2 an, diese findet 8–10 Monate im Jahr statt. Die positiven Werte sind auf die Atmung der Pflanzen und aller Waldorganismen zurückzuführen.