Waldfonds 2025-2 Heimwald/Prags
Standort: Gemeinde Prags – Heimwald Höhenlage: 1.500 – 1.600 M ü.d.M.
Projektbetrag: 12.000,00€ Projektlaufzeit: 2026-2027
Ausgangssituation und Hintergrund
Nach den VAIA-Sturmschäden 2018 gab es in den Wäldern im Hochpustertal in den Wintern 19/20 und 20/21 große Schneedruckschäden. In den geschwächten Waldbeständen entwickelte sich in der Folge ein außerordentlich starker Borkenkäferbefall, der bis heute anhält. Diese Ereignisse haben auch den Wäldern in der Örtlichkeit Heimwald/Prags stark zugesetzt; durch die Entnahme des Schadholzes sind dort sehr große Kahlflächen entstanden. Die natürliche Waldverjüngung hat auf diesen Kahlflächen bisher noch kaum Fuß gefasst. Die wichtigsten Hemmnisse für die Verjüngung sind dabei die mikroklimatischen Verhältnisse, der Wildverbiss und vor allem die Konkurrenzvegetation. Die starke Beschattung durch Hochstauden und Gräser erschwert das Keimen und Aufkommen der Waldbäume extrem.
Projektziele
- Wiederherstellung und Stabilisierung von 3,7 ha Schutzwaldfläche durch Aufforstung mit klimaresilienten Mischbaumarten
- Verkürzung des Verjüngungszeitraums und Förderung der Artenvielfalt für einen widerstandsfähigen Zukunftswald
- Hydrogeologischen Stabilisierung und Verringerung von Erosions- und Abflussbildung auf den entstandenen Kahlflächen;
- Schutz der Jungpflanzen vor Wildverbiss mittels Zäunung
- Sichern des Anwuchses der Jungpflanzen mit Kulturpflegemaßnahmen gegen die Konkurrenzvegetation
- Projektmaßnahmen
- Anpflanzung von Lärchen, Tannen und Laubhölzern in Ergänzung zur Fichte auf den betroffenen Waldflächen am Übergang von der hochmontanen zur tiefsubalpinen Höhenstufe;
- Schutz der Jungpflanzen mittels Wildverbisszäunen von variabler Größe und Einzelschutz für Laubholzpflanzen mit „Sprossenschützern“ aus Holz;
- Aussicheln und Freischneiden der Jungpflanzen im Pflanz- und Folgejahr zur Sicherung des Anwachsens und zum Schutz vor der Konkurrenzvegetation;
Vorgesehene Arbeiten
Auf den 3,7 Ha großen Kahlflächen werden rotten- bis gruppenweise insgesamt 300 Jungbäume gepflanzt: 100 Stück Lärche, 100 Stück Tanne, 50 Stück Bergahorn, 30 Stück Birke, 20 Stück Buche. Die Aufforstung erfolgt mittels Lochpflanzverfahren auf günstigen Kleinstandorten wie kleine Kuppen und Geländeerhebungen sowie an Wurzelanläufen (Stockachseln) und im Bereich von Moderstöcken und umgeworfenen Wurzeltellern. Der Schutz der Jungpflanzen vor Wildverbiss erfolgt mit Zäunen von variabler Größe (240 Meter Gesamtumfang) und mittels Einzelschutz für Laubholzheister mit „Sprossenschützern“ aus Holz (40 Stück). Um das Aufkommen und die Entwicklung der jungen Bäume – vor allem der Nadelgehölze – zu gewährleisten, wird in den ersten beiden Jahren die konkurrierende Gras- und Staudenvegetation durch Aussicheln zurückgedrängt. Auf der Aufforstungsfläche des Projektes von insgesamt 3,70 Ha wird dafür eine Nettofläche von rund 1,0 Ha unmittelbar neben den Forstpflanzen ausgesichelt, bzw. ausgemäht. Um das Freischneiden der Flächen in den ersten Jahren zu erleichtern, werden die gepflanzten Bäume mit Holzpflöcken „markiert“, so dass sie bei den Pflegearbeiten besser erkannt und geschont werden können.
Finanzierung
Das Projekt betrifft eine Maßnahme zur Waldverjüngung in Schutzwäldern, mit der auch eine Klimaanpassung und Biodiversitätssteigerung der betroffenen Waldbestände einhergeht. Die geplanten Arbeiten tragen zur langfristigen Schutzwaldsicherung bei, deshalb wird das Projekt mit einem Gesamtbetrag von 12.000,00 € über den Waldfonds (2.350,00 €) und von der Autonomen Provinz Bozen – Abteilung Forstdienst (9.650,00 €) finanziert.






