Waldfonds 2026-1 Waldheim/Bruneck
Standort: Waldheim, EBNR Bruneck - Höhenlage: 850 – 900 M ü.d.M.
Projektbetrag: 10.000,00€ Projektlaufzeit: 2026 - 2027
Ausgangssituation und Hintergrund
Der Wald der E.B.N.R. Bruneck, Örtlichkeit „Waldheim“ ist ein bedeutenden Naherholungswald in unmittelbarer Stadtnähe mit einem großen Angebot von Wanderwegeinfrastrukturen. Das Sturmtief VAIA hat dort 2018 große, flächige Windwurfschäden verursacht. Auf dem freigelegten Mineralboden durch die umgefallenen Wurzelteller kam die Naturverjüngung gut auf und es entwickelte sich ein Jungbestand mit vielen Pionierbaumarten: mit Weiden, Birken, Zitterpappel, Haseln, Vogelbeeren und Holunder in der Oberschicht, Traubeneichen, Bergahorn und Vogelkirschen in der Mittelschicht und in der Unterschicht auch Nadelgehölze, wie Lärche, Kiefer und Fichte.
Leider hat sich auf der ehemaligen Schadfläche auch das indische Springkraut (Impatiens glandulifera, ein Neophyt) stark ausgebreitet, welches mit mehreren Ausreißaktionen stark zurückgedrängt werden konnte, damit es nicht die heimischen Pflanzenarten verdrängt. Infolge des guten Wachstums der Naturverjüngung, ist es jetzt sehr wichtig, erste Pflegearbeiten und punktuelle Aufforstungen mit wichtigen Mischbaumarten durchzuführen. Laut Klimaprognosen muss mit einer Verschiebung der Waldgesellschaften um ca. 300 bis 400 Höhenmeter gerechnet werden und das gilt es für künftige klimafitte Baumbestände zu berücksichtigen.
Projektziele
- Die Erhebungen im Zuge der VAIA - Schadhölzer hatten aufgezeigt, dass der Waldbestand vor den Sturmschäden zu 100% aus Nadelhölzern bestand (80% Fichte, 10% Lärche, 10% Kiefer).
- Das aktuelle, langfristige Ziel für den Waldbestand „Waldheim“ in 50 – 70 Jahren, ist ein laubholzreicher, gut strukturierter Mischbestand, der sich zu ca. 50% aus unterschiedlichsten Laubhölzern und zu 50% aus Nadelhölzern zusammen-setzen sollte.
- Der gute Anwuchs der Jungpflanzen muss mit Kulturpflegemaßnahmen gegen die Konkurrenzvegetation abgesichert werden.
Projektmaßnahmen
a) Pflege der 3,45ha großen Waldfläche bergseits der Straße „Waldheim“
Mit der Kulturpflege wird behutsam und nicht zu stark eingegriffen, um nicht die Ausbreitung des indischen Springkrautes zu begünstigen; das Pflegeziel ist die Entwicklung eines stabilen, zukunftsgerichteten, möglichst strukturreichen Mischwaldes.
Die Schadfläche talseits der Straße „Waldheim“ (ca. 0,90ha) wird bewusst der natürlichen Entwicklung überlassen, um diese zu beobachten und daraus wertvolle Hinweise für weitere, künftige Pflegearbeiten ableiten zu können.
b) Pflanzung von rund 500 Mischbaumarten mit gezieltem Verbissschutz.
Vorgesehene Arbeiten
- Die Pflegeeingriffe erfolgen in unregelmäßigem Ausmaß auf der Fläche, wobei Zukunftsbäume (Z-Bäume) ausgewählt und von ihren größten Bedrängern (v.a. schnell wachsende Pioniergehölze wie Birken, Weiden, Haseln, Vogelbeeren) freigestellt werden.
- Bei den Zukunftsbäumen handelt es sich um Edellaubhölzer, die heute die Mittelschicht bilden - Traubeneichen, Bergahorne, Vogelkirschen.
- Die Pioniergehölze werden nicht alle entfernt, sie werden bewusst in unregel-mäßigen Abständen auch im Bestand belassen; so auch Zitterpappeln, um nicht durch die Entnahme das intensive Wurzelbrutwachstum anzuregen.
- Weiters werden Nadelhölzer im Unterwuchs freigestellt v.a. Lichtbaumarten wie Lärche und Kiefer, aber auch die natürliche Fichtenverjüngung wird zum Teil in Gruppen belassen.
- Durch die gruppenweise Anpflanzung von klimaresilienten Laubhölzern (bspw. Edelkastanie, Winterlinde, Walnuss, Bergahorn, Vogelkirsche, Buche), sowie Tannen, soll die Artenvielfalt bzw. das Mischverhältnis erhöht werden.
- Die Jungpflanzen werden im Pflanz- oder Folgejahr ausgesichelt bzw. freigeschnitten, um ihr Anwachsen und Überleben zu sichern.
- Vereinzelt werden Edellaubhölzer und Tannen durch das Anbringen von Wildverbisszäunen (Einzel- oder Gruppenschutz aus Holz) mit einer Höhe von ca. 1,50m geschützt.
- Ebenfalls als Verbissschutz werden auch ausgediente, ausschließlich heimische Christbäume in den Bestand gebracht, welche von der Stadtgemeinde Bruneck gesammelt und sonst nur entsorgt würden. Die Wirksamkeit dieser alternativen Verbissschutzmaßnahme wird im Rahmen eines Pilotversuchs getestet und bei Erfolg, kann dieser nachhaltige Verbissschutz künftig vermehrt umgesetzt werden.
Finanzierung
Das Projekt hat ein Budget von 10.000 Euro und wird aus dem Waldfonds finanziert; es zielt auf die Sicherung der Waldverjüngung, Steigerung der Biodiversität und Klimaanpassung der Bestände ab.





