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Grünbrücke am Kniepass: Ein Pilotprojekt für Südtirol und den italienischen Alpenraum

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Die Grünbrücke am Kniepass in der Gemeinde St. Lorenzen ist ein Pilot- und Vorzeigeprojekt der Autonomen Provinz Bozen. Als erste Wildtierquerung Südtirols und Pionierprojekt für den italienischen Alpenraum zielt sie darauf ab, Wildtieren eine sichere Überquerung der vielbefahrenen Pustertaler Staatsstraße SS49 zu ermöglichen und die ökologische Vernetzung zwischen den Dolomitenraum und Alpenhauptkamm dauerhaft zu sichern.

Das Projekt wird von der Abteilung Tiefbau der Autonomen Provinz Bozen im Rahmen des Ausbaus der SS49 realisiert. Die Bauarbeiten sollen im Herbst/Winter 2025 beginnen und eine Dauer von etwa einem Jahr haben. Dieses Vorhaben ist Teil eines breit angelegten Infrastrukturprogramms zur Vorbereitung Südtirols auf die Olympischen Winterspiele 2026. Gleichzeitig leistet die Grünbrücke einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie 2030, der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) und des European Green Deal, die den Schutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen sowie ihre Vernetzung fördern.

Standortwahl und Planung

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Nach einer umfassenden wildökologischen Projektbewertung des Amtes für Wildtiermanagement wurde der Kniepass als idealer Standort ausgewählt. Im Vergleich zu alternativen Standorten im Unterpustertal nahe Vintl, Kiens und Mühlbach überzeugt der Kniepass insbesondere durch seine topografischen Merkmale und seine Funktion als regionaler und möglicherweise überregionaler Wildtierkorridor. Die geplante Grünbrücke wird entsprechend internationalen Standards eine Breite von 60 Metern aufweisen, die dadurch auch großen Wildtieren eine störungsarme Querung ermöglichen soll.

Wildökologisches Monitoring

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das mindestens dreijährige wildökologische Begleitmonitoring, das die Planung, Bauphase und Nutzung der Grünbrücke umfassend analysiert: Vor Baubeginn werden Wildtiere mithilfe von GPS-Halsbandsendern, Fotofallen und Markierungen beobachtet, um das aktuelle Verhalten und ihre Raumnutzung (IST-Zustand) zu erheben. Während der Bauphase werden die Auswirkungen der Bauarbeiten auf das raum-zeitliche Verhalten der Wildtiere untersucht, um potenzielle Störungen zu identifizieren und dessen Einfluss zu verstehen. Nach der Fertigstellung wird die Akzeptanz und Nutzung der Grünbrücke überwacht, um ihre Funktionalität zu bewerten.
Die Erkenntnisse aus diesem Monitoring liefern wichtige Grundlagen für zukünftige Projekte zur Wiederherstellung und Förderung ökologischer Korridore. 

Erste Ergebnisse des Wildökologischen Monitoring finden sie hier

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